Schreibpause seit einigen Wochen. Neuer Job, Immobilie und Nachwuchs gehen vor. Diese Woche plane ich aber die arbeite wieder aufzunehmen.
Schreibpause seit einigen Wochen. Neuer Job, Immobilie und Nachwuchs gehen vor. Diese Woche plane ich aber die arbeite wieder aufzunehmen.
Ich habe die letzten beiden Tage die ersten fünfzig Seiten von Cormac McCarthys “Die Straße” gelesen und bin mir bereits jetzt sicher, dass ich so schreiben möchte wie der Autor. Soweit ich das aus der Übersetzung beurteilen kann, ist er ein minimalistischer Stilist, der eine eher beschreibende Sprache besitzt. Siehe aus einem Interview mit ihm:
he prefers “simple declarative sentences” and [that] he uses capital letters, periods, an occasional comma, a colon for setting off a list, but “never a semicolon.” He does not use quotation marks for dialogue and believes there is no reason to “blot the page up with weird little marks”. [wikipedia]
Seine Sätze sind einfach, meist kurz und voller aktiver Verben und Substantive. Besonders das beschreibende Element ist mir derzeit in meiner Erstfassung von Cubuyata noch nicht ausreichend ausgeprägt, McCarthy ist daher eine tolle Inspiration.
Länger als erwartet hats gedauert, heute morgen habe ich aber endlich die Dreissigtausendermarke geknackt. Seit knapp zwei Wochen schreibe ich unterwegs endlich wieder auf meinem Netbook, was meinen täglichen word count grundsätzlich erhöht. Seit ein paar Tagen hängt ein wenig meine Motivation, am Wochenende hätte ich um ein Haar (zwanzig Minuten…) einen kompletten Tag nichts geschrieben. Da ich dies abwendete schreibe ich nun schon seit knapp vier Monaten am Stück jeden Tag.
Nächstes Mal schreibe ich zu einer früheren Stunde, bin hundemüde. Morgen stehen 500 Worte an ;)
Irgendwo hab ich irgendwann von irgendeinem Autor gelesen, dass man alle 100.000 Worte (oder waren es 10.000?) beim Schreiben einen Sprung vollführt. Möglicherweise liegt es daran, dass ich als Romanautor ein völliger Neuling bin, aber dieses Sprung beobachtete ich bei mir in den letzten beiden Wochen, also so nach etwa 25.000 Worten. Es fällt mir schwer, auszudrücken worin dieser Entwicklungsschub besteht, aber die in Erstfassung produzierten Texte beinhalten weniger Infodumping, verfügen über besseres Timing und ein geringeres Maß an überflüssigen Stellen. Zumindest nach dem Abstand, den ich in der kurzen Zeit gewinnen konnte.
Ich bin schon gespannt auf die 50.000er Marke.
Nachfolgend eine Auflistung dessen, was ich bislang beim Schreiben meines Erstlings lernte. Nichts davon ist irgendwie neu, alles ist vollkommen logisch nach der ersten Lektüre eines Schreibratgebers. Aber alle diese Punkte konnte ich für mich durch die Praxis des Schreibens erfahren und bestätigen. Sehr wertvoll, diese Praxis.
Unnötig zu erwähnen, dass ich in meiner Erstfassung gegen nahezu alle Punkte zumindest teilweise verstosse.
Das sagte schon Mark Twain. Mein Buch war ursprünglich angelegt als intelligente Science-Fiction mit fiktiv-religiösen Hintergründen. In Summe:
Im Laufe der Zeit kamen noch folgende Themen zum Plot hinzu:
Im Detail:
Revolution
Um das Thema kam ich nicht rum, auch wenn ich nicht mehr Ahnung davon habe wie jeder andere Zeitungsleser. Eine Revolution ist bei dem, was während des Plots geschieht aus dramaturgischen Gründen unumgänglich.
Politik
Macht als Vorbedingung und Überbau für die Revolution Sinn und auch ein für mich sehr interessantes Thema. In den letzten beiden Kapiteln behandelte ich politische Auseinandersetzungen und Zusammenhänge sehr ausführlich.
Zen-Buddhismus
Ich hatte anfangs keinerlei Bestrebungen oder Veranlassung, Zen in dem Buch aufzunehmen. Durch die Beteiligung Chinas und Japans und das Wiederaufleben japanischer Kultur rechtfertigte ich den Einsatz der Thematik aber noch während des Schreibens.